Geschmacksthesaurus

Eine Frage geistert mir schon seit geraumer Zeit durch den Kopf: Kann man Geschmack lernen? Oder anders gesagt, was unterscheidet Kochbuchköche von den Improvisierern?

Ich glaube ja, dass es in der Küche zwei Arten von Menschen gibt. Köche und Bäcker. Kochen lässt, sofern man die Grundlagen beherrscht, viel Raum für Experimente. Und wenns mal nicht schmeckt wie erwartet, kann man relativ leicht nachwürzen und mit einigen Tricks korrigieren. Beim Backen sieht das schon anderes aus. Ein gutes Rezept ist eigentlich unumgänglich. Zwar kann man hier nach eigenem Geschmack noch abwandeln, aber ist der Kuchen erst mal im Ofen…naja…das Verhältnis der wichtigsten Zutaten sollte schon stimmen. Selten habe ich jemenden getroffen, der beides mit gleicher Leidenschaft und Leichtigkeit betreibt.

Ich gehöre wohl eher zu den Köchen. Kühlschrank auf, Reste raus, alles in den Topf und mal sehn was dabei raus kommt. Noch eine Hand voll frische Kräuter drüber, fertig!

Aber zurück zum Geschmack. Für alle, denen das Zutaten-Jonglieren nicht in die Wiege gelegt wurde, die nach ein wenig Inspiration suchen oder einfach nur gerne lesen, habe ich heute eine ausgefallene Buchempfehlung.

_DSC0236

Der Geschmacksthesaurus von Niki Segnit ist eine Art Ideensammlung für Geschmackskombinationen. 99 Geschmacksrichtungen aufgeteilt in 16 Familien des Geschmacksrades werden hier beleuchtet. Beispielsweise die Familie der erdigen Aromen mit den Geschmacksrichtungen Pilze, Aubergine, Kreuzkümmel, Rote Beete, Kartoffel und Sellerie.

_DSC0239

Zu jeder Geschmacksrichtung sind dann mal mehr mal weniger Paarungen beschrieben. Einige mit wissenschaftlich anmutenden Erklärungen, andere mit Rezepten, Anekdoten oder Küchenweisheiten.  Alles in allem eine kurzweilige Lektüre die keineswegs den Anspruch erhebt, vollständig zu sein. Aber 4851 Kombinationen sollten doch ausreichen um sich neue Anregungen zu holen.

_DSC0246

Wer sich intensiver damit beschäftigt findet darüber hinaus dann auch weitere Kominationen. Denn die Welt des Geschmacks ist doch irgendwie logisch. Ein Beispiel aus meiner Erfahrung. Kaffee und Schokolade passen super zusammen (getestet in diversen Milchkaffeegetränken oder den tollen schokolierten Kaffeebohnen), Orangenschokolade ist großartig (von Valrhona), also müssten doch Kaffee und Orange auch zusammen passen. Ich sag nur Barraquito. Eine Kaffeespezialität aus Teneriffa mit Zitruszesten und Zimt. Auch im Orient veredelt man gerne Kaffee mit Orangensaft und Schale.

So abgedroschen es auch klingt, am Ende bleibt Geschmack doch etwas sehr Subjektives. Und darüber sollte man nicht streiten. Aber mutig sein und Ungewöhnliches wagen kann ich jedem nur ans Herz legen.

Eure Gwendolyn

 

Advertisements

Was ich noch sagen wollte

Was für ein schöner Jahresabschluss! Beim Blättern durch die aktuelle Klenkes Neo ist mir der kleine Artikel über Uschi Ronnenberg und ihr Verzeichnis Aachener Blogger aufgefallen. Und siehe da, sogar mein kleiner Speiserführer wird erwähnt (wenn auch nur in der Aufzählung, aber immerhin an erster Stelle!) Da konnte ich mir ein Grinsen doch nicht verkneifen.

_DSC0691_(2)[1]

An dieser Stelle einen Dank an Uschi, die Klenkes Neo Redaktion und an unsere Leser. Natürlich auch einen Gruß an die anderen Schreiber aus Aachen. Wir machen auch im nächsten Jahr weiter.

Für mich ist es ja nur ein Hobby. Was aus einer Urlaubslangeweile heraus entstanden ist, gehört nun fast schon zu meinem Alltag. Zwar schreibe ich längst nicht so viel wie ich gerne würde, doch ich gehe mit anderen Augen durch die Welt. Jedes Restaurant, jedes Buch, jeder Einkaufsbummel durch die Feinkostabteilung wird auf seinen „Gwendolyn-Wert“ hin begutachtet. Für mich hat sich das „Projekt Blog“ also schon gelohnt. Wenn dann der ein oder anderen Leser vielleicht auch noch etwas aus meinen Texten und Empfehlungen mitnimmt, wäre das nur noch ein Sahnehäubchen obendrauf. Seid gespannt was da noch kommt. Die nächsten Ideen sind schon notiert, Restaurants getestet, Fotos gespeichert und….mehr verrate ich noch nicht.

_DSC0693_(2)[1]

Ach, bevor ich es vergesse: Sehr lesenswert im Klenkes Neo, der Artikel über Señor Schnu und sein stadtbekanntes Eis!

Inspiration zwischen Buchdeckeln

Die Entdeckung dieses Buches möchte ich fast schon als schicksalhaft bezeichnen. Es ist eines dieser Bücher, das ich zufällig beim Stöbern in der Buchhandlung entdeckt habe und seitdem immer wieder zur Hand nehme und durch den Kaninchenbau in der Welt der Vintage Tea Party verschwinde. Nicht zuletzt hat mich die Buchgestaltung auch zum Design dieses Blogs inspiriert.

 Vintage Tea Party

Als pinkhaarige, gepiercte Wirtschaftsprüferin und Buchhalterin war Angel Adoree noch nicht in ihren Traumberuf angekommen. Ich kann mich an dieser Stelle genau in sie hinein versetzten. Manchmal braucht es eben gewisse Wege um zu seinem Ziel zu kommen. Und so betreibt Angel seit 2007 in London die Vintage Patisserie, wo sie ihre Retor-Liebe und Koch-Leidenschaft in perfekt inszenierten Themenpartys ausleben kann.

_DSC0596

Ein großes Glück für uns, dass sie uns mit ihrem Buch einen Einblick in ihr Universum gewährt.

Angel hat aber auch an alles gedacht, was zum Gelingen der perfekten Tea Party (und mit Tea Party ist hier natürlich die englische Tradition des Fünf-Uhr-Tees gemeint, nicht die politische Bewegung in den USA) beiträgt.

_DSC0599

Es gibt natürlich jede Menge Rezepte zu verschiedenen Tageszeiten, Tipps zur Planung, Deko und Styling. Darüber hinaus schöne Fotos und eine großartige Illustration. Was es damit auf sich hat, könnt ihr im Vorwort nachlesen.

DSC_0599

Ich werde jetzt noch ein wenig schmökern.

Anleitung zum Wohlfühlkochen

Seelenfutter, so wollte ich diesen Blog eigentlich nennen. Gab es aber schon. Als ich im Bücherregal dann ein Buch mit gleichem Tital sah, musste ich natürlich genauer hinsehen. Die Rezepte sollen glücklich machen. Ob es auch hält was es verspricht?

_DSC1130

Es gibt Tage, da braucht man eben was schön deftiges und warmes im Magen um das Schmuddelwetter draußen zu vergessen oder etwas cremiges um die Stimmung nach einem miesen Tag zu heben. Schon das Durchblättern des Buches macht gute Laune. Tolle Fotos und viele praktische Tipps zum Trostkochen ergänzen die Rezeptsammlung.

Die Gerichte sind einfach aber wirkungsvoll. Cheeseburger, saftig und würzig mit viel Käse. Spiegelei-Brot, denn manchmal braucht man was ehrliches. Caesars Salad brigt Frische in den Tag. Jede Menge Pasta, denn „Pasta im Schrank, das ist wie der Regenschirm, den Oma für alle Fälle dabei hatte. Wer weiß schon, wann Wolken aufziehen.“

_DSC1108

Und dann natürlich noch das Kapitel Süße Glücksbringer“. Das ist Seelenfutter pur.

Susanne Bodensteiner und Sabine Schlimm haben eine großartige Waffe gegen den Winterblues hinbekommen. Da kann die dunkle Jahreszeit kommen.

Mehr Infos, eine vegetarische Variante und ebooks gibts es bei GU.

Liebe Grüße aus der Glücklich-Küche.

Eure Gwendolyn

 

Naschkatze im Streuselmond

Soweit ich mich erinnere war dies mein erstes richtiges Backbuch.

_DSC1139

DuMont`s schmackhafter Ratgeber für vergnügte Kuchenbäcker oder Die Naschkatze im Streuselmond. Ich war ungefähr zwölf Jahre alt und tief beeindruckt von dieser Ansammlung hoch kunstvoller Torten.  

  _DSC1140

Ich hab es mir oft angesehen und gelegentlich mit ungeübten Händen und mäßigem Erfolg versucht etwas nachzubacken. Der Schutzumschlag ist mit den Jahren verloren gegangen. Ich hab mit Kugelschreiber auf dem Einband rumgekritzelt? Welch ein Frevel! Oder aber nur Zeugnis meiner kindlichen Bewunderung.

_DSC1136

Nach heutigem Maßstab ist das Design der Torten tatsächlich etwas überholt. Die Gestaltung des Buches gefällt mir aber nach wie vor, denn die Herstellung der Torten ist immer mit Fotos in einzelnen Schritten erklärt. Wo andere Bücher lückenhafte Anleitungen mit Spezialwerkzeugen liefern kann man hier, handwerkliches Geschick vorausgesetzt, alles mit einfachen Zutaten und dem gängigen Küchenequipment herstellen. Motivierend ist auch, das hier nicht alles perfekt aussieht.

_DSC1161

Vielleicht sollte ich auch noch mal etwas ausprobieren.

Wer mal einen Blick ins Buch werfen will wird ein wenig in Antiquariaten oder Bücherflohmärkten stöbern müssen. Es ist bereits 1996 im DuMont Buchverlag erschienen, aber selbst der Verlag bietet es nicht mehr in seinem Onlineshop an.

Viel Spaß beim Stöbern!

Eure Gwendolyn

 

Kochen für die Welt

Es gibt Bücher, die stehen in der Kochbuchabteilung obwohl sie weit mehr sind als eine reine Ansammlung von Rezepten. Dieses hier erzählt Geschichten. Geschichten von Menschen, von Schicksalen, von Helfern und von dem was uns alle verbindet: Dem guten Essen natürlich.

DSC_0280 (2)

Unsere Lieblingsrezepte für die Welt ist der Titel. Unser/Wir das sind in dem Fall die Menschen der Organisation Women for Women international, Teilnehmerinnen der Projekte in den Kriesen- und Kriegsregionen und zahlreiche Prominente Unterstützer. Alle beglücken uns mit ihren Liebligsrezepten. So frühstückt Annie Lennox zum Beispiel Porridge, Paul McCartney bereitet Super-Gemüsesalat zu, Judi Dench liebt Brot-und-Butter-Pudding, Peter Gabriel zaubert Käsesoufflé, Ben & Jerry steuern überbackene Alaska-Eiscreme bei.DSC_0265

Und wenn man gerade nicht kocht, dann sollte man sich unbedingt den bewegenden Porträts der Frauen widmen. Aber keine Angst vor zu viel Rührseligkeit. Natürlich sind es bewegende Geschichten, aber sie wirken echt. Gepaart mit den Hintergrundinformationen über Land und Leute, den großartigen Bildern und landestypischen Rezepten ist es eine gelungene Mischung.

CSC_0273

Und bei wem sich dann doch das schlechte Gewissen leise zu Wort meldet, dem sei versichert, 3 Euro pro verkauftem Buch unterstützen die Organisation Women for Women international.

Mehr Infos und einen Blick ins Buch gibt es auf der Homepage des Callwey Verlags.

Lest mehr Kochbücher!

Eure Gwendolyn

 

Ein Geständnis

Ich möchte euch gerne meine Lieblingsbücher rund um kulinarische Genüsse vorstellen.

Vorab sollte ich hier vielleicht mal ein kleines Geständnis abliefern. Ich koche nicht nach Rezepten. Kochbücher lese ich wie Romane oder blättere darin wie in Kunstbänden. Rezepte sind Kurzgeschichten. Ich kann darin eintauchen, mir die Handlungen, Geschmäcker und Gerüche vorstellen. Verrückt? Ja vielleicht. Ein gutes Kochbuch muss für mich daher schön gestaltet sein mit Fotos die Lust auf mehr machen. Ich mag kurze Vorworte, sinnvolle Tipps, Empfelungslisten. Bei den Rezepten achte ich im wesentlichen auf die Zutantenlisten. Sind die Kombinationen klassisch oder überraschend neu.

All die neuen Eindrücke und Inspirationen trage ich dann in meine eigene Küche, schaue was ich noch im Kühlschrank habe und fange an mir mein Abendessen zu basteln. Und wieder entsteht was einzigartiges.

Lasst euch inspirieren!

Eure Gwendolyn