Frisch ans Werk

Mein unangefochtener  Lieblingsplatz in diesen Tagen ist der Keller. Da kann man wunderbar Regale streichen oder der Waschmaschine bei der Arbeit zusehen. Da ich mich aber leider nicht den ganzen Tag dort verstecken kann und irgendwann wieder ans Tageslicht kommen muss, hab ich mir eine andere Abkühlung gesucht. Eistee!

Schon seit längerem auf meiner „Selbstversuche“-Liste steht Cascara. Cascara ist ein Tee bzw. Aufguss aus den Schalen der Kaffeebohnen. Man könnte auch sagen, der ganze Abfall, den die Kaffeetrinker so produzieren. Gefunden habe ich diese jahrhundertealte Spezialität im Online-Shop von Green Cup Coffee. (Hier gibt es übrigens auch alles Wissenswerte über die Herkunft und Zubereitung, nicht nur von Cascara, sondern auch von all ihren anderen Kaffeesorten).

Der Geruch der Kaffekirschen erinnert mich an getrocknete Früchte. Eine Mischung aus Feigen und Rosinen. Das Aussehen…seht selbst…

GreenCup Cascara

Cascara

Inspiriert von den Eistee-Rezepten und den erfrischend aussehenden Fotos auf dem Green Cup Blog hab ich mich ans Werk gemacht. Ich sollte an dieser Stelle noch mal wiederholen, dass ich so meine Probleme damit habe, mich exakt an ein Rezept zu halten. Ich hab mich für die heiß aufgebrühte Variante mit Gewürzen entschieden. Da ich natürlich mal wieder nicht im Haus hatte was im Rezept stand, gab es bei mir folgende Zutaten: Cascara, etwas Honig, Kardamom, Zimtblüten,Vanille und Zitronenschale.

Cascara Eistee

Das Ergebnis kann sich aber durchaus trinken lassen. Der erste Schluck ist natürlich etwas überraschend. Der Geschmack ist so ganz anders als Tee oder Eistee, und mit Kaffee hat es auch nicht so wirklich viel gemein. Wer im Sommer mal Lust auf etwas Exotik im Glas hat, der sollte unbedingt mal den Selbstversuch wagen.

Sonnige Grüße

Gwendolyn

 

Der Sound von Châteauneuf

Was lange währt, wird endlich gut wäre also auch ein passender Titel für diesen Artikel gewesen. Seit Weihnachten 2013 haben wir zu viert versucht einen gemeinsamen Termin für eine Weinprobe zu finden. Einmal hätten wir es fast geschafft, doch leider musste der Termin kurzfristig abgesagt werden. Zu wenig Teilnehmer! Ist denn das zu glauben?

_DSC0880 (2)

Jetzt war es endlich soweit und das Warten hat sich wirklich gelohnt. Wir waren zu Gast bei Fritz Köhne in der Weinhandlung divinum, einer Institution im Frankenberger Viertel.

_DSC0858 (2)

Der Abend in kleiner Runde war den Weinen Südfrankreichs gewidmet.

_DSC0854 _DSC0855 (2)

Dass dort viel Wein angebaut wird, war mir nicht neu. Einige Namen wie Côte du Rhône, Châteauneuf-du-Pape und Côte-Rôtie hatte ich schon mal gehört. Das wars dann auch schon mit meinen Vorkenntnissen…

_DSC0878

Zum Glück braucht man nicht viel (Wissen) zum Genießen. Eine schöne Umgebung und nette Gesellschaft um den Alltag hinter sich zu lassen, gutes Essen ( ein kleines Buffet mit frischem Brot, großartiger Käseauswahl, etwas Sparglequiche, Schinken und Trüffelsalami lud den ganzen Abend zum Naschen ein), eine Portion Neugier und Offenheit. Den Rest erledigt der Gastgeber selber. Mit Geschichten rund um die Weine, poetischen Beschreibungen (als würden Engel mit Samtpantoffeln meine Kehle hinab wandern), mit viel Begeisterung und noch mehr Leidenschaft beschert er uns einen kurzweiligen Abend.

KöhneWein

Merken kann ich mir natürlich nicht alles. Ein kleiner Handzettel dient als Gedächtnisstütze und wird wohl auch mein Einkaufszettel beim nächsten Besuch werden.

_DSC0862

Auch außerhalb der großen Wein-Abende loht ich ein Abstecher hierher. Einmal im Monat gibt es öffentliche Proben, gratis für alle, gute Beratung und ansteckende Begeisterung sind hier sowieso jederzeit inklusive.

À votre santé!

Gwendolyn

 

Der Wow-Faktor

In der Versenkung verschwunden, aber nicht untätig gewesen… Mal wieder unterwegs in Sachen Kreativität habe ich diesmal Tortenkunst mit dem ultimativen Wow-Faktor entdeckt. Leute, schaut euch das an! Ich bin immer noch ganz aus den Häuschen. Wer hätte gedacht, das so etwas überhaupt möglich ist. Eine Torte die aussieht wie Tiffany-Glas oder ein Kirchenfenster. Aber der Reihe nach.

stained glass

Ich war wieder einmal in der Cake School Cologne. Zu Gast außerdem die Dozentinnen Valeri und Christina von Queen of Hearts Couture Cakes aus London. Die beiden Expertinnen in Sachen Buttercreme haben und an diesem Tag in ihre Geheimnisse eingeweiht und uns alles Wissenswerte über ihre „Stained glass“ Technik beigebracht.
Die Basis diesmal Styroportorten, gefolgt von, nennen wir es mal englische Buttercreme, also im wesentlichen Butter, Puderzucker und Palmin. Für mich geschmacklich kein Highlight, aber super geeignet für alle möglichen Dekorationen. Genau genommen liegt in dieser Creme auch das Geheimnis des ganzen. Die Oberfläche wird, nach richtiger Bearbeitung so schön glatt, dass sie den perfekten Untergrund für die Gelfarbe bildet. Nach dem Bemalen braucht man noch sehr viel Fantasie um irgend welche Formen oder Figuren zu erkennen. Es sind einfach nur verschwommene Farbkleckse. Diesen fantastischen Effekt erzielt man tatsächlich erst hinterher mit dem Ziehen der schwarzen Linien aus gefärbter Buttercreme. Großartig! Hört sich eigentlich alles ganz einfach an, sah auch machbar aus.

master class

Wenn man sich das Ergebnis so anschaut, haben wir alle das auch ganz gut hin bekommen und dennoch… zwischendurch war mir nach Haare raufen zumute. Ich kann von mir behaupten, dass ich nicht so ganz talentfrei im Umgang mit Farbe und Pinsel bin, aber um meine Geduld ist es nicht ganz so gut bestellt. Nach rund sieben Stunden konzentrierter Arbeit, tassenweise Koffein und jede Menge Nervennahrung trage ich stolz mein Werk nach Hause. So, genug jetzt mit der Lobhudelei.

Bis bald
Eure Gwendolyn

Trüffel, Gold und andere Schätze

Ich wollte nie zu den Foodbloggern gehören, die die Welt mit ihren Rezepten überfluten, aber das vergangene Wochenende hat auch mir wieder mal gezeigt, dass das richtige Rezept manchmal Gold wert sein kann.

Es begann mit dem Geburtstag meiner Cousine Sofie. Sie bekam ein Pralinenbuch geschenkt. Leider hatte sie bisher nicht viel Freude daran. Für viele Rezepte benötigt man spezielle Rohstoffe und Werkzeuge, vermeintlich einfache Rezepturen funktionieren nicht wie gewollt.

Ich habe mir ein paar Pralinen und Rezepte ausgedacht die einfach nachzumachen sein sollen. Zudem sollten sie wandelbar sein und natürlich schmecken.

_DSC0408 (2)

So bin ich also, bepackt mit einem Korb voller Zutaten und vielen Ideen im Kopf, nach Unna gefahren und hab mit Sofie und einer Freundin eine kleine Schokoschlacht in Mutters Küche veranstaltet.

_DSC0428 (2)

Es gab unter anderem Schokoladentrüffel mit Tonkabohne. Hier kommt (ausnahmsweise) das Rezept, einfach, ursprünglich und doch elegant:

100 g Bitterkuvertüre oder Edelbitterschokolade (z.B. 72% Kakaoanteil)
100 g Edelvollmichschokolade (32% Kakaoanteil)
grob hacken und in eine Schüssel geben.
100 g Sahne mit einer ½ geriebenen Tonkabohne aufkochen, danach über die Schokolade gießen. Rühren, bis die Schokolade vollständig aufgelöst ist.
Den Canache kalt stellen und gelegentlich umrühren. Wenn die Masse spritzfähig ist, kleine Kugeln auf ein Backpapier dressieren. Sollte sie schon zu fest sein, kann man sie im Wasserbad oder der Mikrowelle wie vorsichtig erwärmen.
Die Kugeln erst mal wieder kalt stellen, bis sie wieder richtig fest geworden sind. Danach werden die Trüffel nur noch in Kakaopulver gewälzt und fertig! Sie dürfen ruhig unregelmäßig und rustikal aussehen. Denn von ihrer äußeren Ähnlichkeit zum wertvollen Trüffelpilz, der auch ein wenig unförmig und dreckverkrustet daherkommt, haben sie schließlich ihren Namen.

_DSC0435 (2)

Wer keine Tonkabohne hat oder mag oder verschiedene Sorten herstellen möchte, der kann auch andere Aromen und Gewürze verwenden. Zimt, Muskat, Vanille, Rum, Amaretto, Whisky… Der Rest des Rezeptes bleibt gleich.
Und wie schmeckt’s? Lecker schokoladig! Sagt Sofie.

Zum Schluss noch ein Foto in bester Foodblog-Manier.

_DSC0301 (2)

Soweit mein Abenteuer aus der Pralinenwerkstatt. Viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren.

Eure Gwendolyn

Herrenabend

Zu den Dingen, die ich schon immer mal mache wollte, gehört auf jeden Fall ein Whisky-Tasting. Nicht weil ich so gerne Whisky trinke, sondern weil es sich so schön anhört und Whisky trinken irgendwie ein Lebensgefühl vermittelt. Vor allem Whisky trinkende Frauen wirken in Filmen immer so taff und abgeklärt. So will ich auch mal sein. Und vielleicht komme ich ja auch auf den Geschmack, wenn ich mal richtig gute probiere.

_DSC0386

So hab ich mich also im Schale geschmissen und mit ein paar Freunden einen „Herrenabend“ besucht.

Ich hatte keine Ahnung von Whisky, wusste weder etwas über die Herstellung noch über die unterschiedlichen Bezeichnungen. Single Malt hatte ich schon mal gehört, dass besten aus Schottland kommen sollen, auch.
Thema das Abends in der Vertical Weinbar war allerdings „Welttournee – Whisky rund um den Globus“. Die zu verkostenden Tropfen kamen aus Japan, Indien, Tasmanien, Taiwan, Frankreich und Tschechien. Auch Deutschland und die Schweiz waren vertreten.

_DSC0396

Nach einer (sehr) knappen Einleitung (jetzt weiß ich auch was einen Single Malt ausmacht) ging es dann auch schon los mit der ersten Sorte. Kenner warfen dann gleich Begriffe wie rauchiges Aroma, torfig, Sherry-Noten um sich. Ich rieche Sauna, Lederschuhe und Thymian, schmecke Schwarzwälder Schinken und getrocknete Feigen. Hmm… jeder beschreibt es halt mit seinen eigenen Worten.

_DSC0382

Mein Favorit des Abends kommt übrigens aus der Schweiz. Säntis Malt Swiss Highlander.

Ob ein Whisky jetzt gut ist oder nicht, ob er seine 96,5 Punkte verdient hat, ob er 60 Euro pro Flasche Wert ist maße ich mir nicht an zu bewerten. Bei mir gibt es auch nach dem Tasting nur zwei Kategorien: schmeckt mir und schmeckt mir nicht. Allerdings kann ich jetzt mitreden und hab beim Lesen einer Getränkekarte jetzt etwas mehr Durchblick.

Was bleibt nach diesem Abend ist die Erkenntnis, nie ein echter Whisky-Kenner zu werden und der Geschmack von geräuchertem Schinken auf meinen Lippen.

Wie der Tiger zum Sonnenbrand kam

Für die Rubrik Selbstversuche werde ich mich für euch in Abenteuer stürzen, die mehr oder weniger mit Essen und Genuss zu tun haben, aber immer mit der Bereitschaft neue Wege zu beschreiten oder der Seele was Gutes zu tun.

Das erste Abenteuer dieser Art habe ich überstanden. Ich war auf einer Pirateninsel bei Sonnenuntergang, habe mit Leoparden, Tigern und Krokodilen gekämpft und Gebirge überquert.
So sieht die Tortenkunst von heute aus! Wobei die Betonung eher auf Kunst als auf Torte liegt. Wir haben auch nur an kleinen Fondant-Ausschnitten (Zuckerteig) geübt. Die Torte muss man sich mit viel Fantasie dazu denken.

  _DSC0247

Das ganze funktioniert mit Airbrush und Lebensmittelfarbe. Das hat jetzt nicht so viel zu tun mit dem was man von Autolackierern kennt. Grundsätzlich ist das Prinzip, mit Luftdruck Farbe aufzutragen, natürlich gleich. Doch kann man durch den formbaren Untergrund tatsächlich mit 3D-Effekten arbeiten, andererseits gibt es keine Möglichkeit weiße Farbe aufzutragen.

_DSC0251

_DSC0255
Ich habe vor einigen Jahren schon mal mit Airbrush gearbeitet und erinnere mich noch an den klobigen Kompressor und das umständliche Reinigen der Farbpistole und des ganzen Raumes. Das geht heute alles einfacher. Die Geräte passen quasi in die Handtasche, erzeugen aber ausreichend Druck um eine ganze Torte zu dekorieren. Kleine kofferförmige Absauganlagen zum aufklappen halten die Umgebung weitestgehend sauber. Die Bedienung ist kinderleicht.

_DSC0237

_DSC0253
An nur einem Tag lerne ich zehn verschiedene Techniken kennen um die unterschiedlichsten Effekte hervorzubringen.
Wie alles andere auch ist die perfekte Umsetzung Übungssache. Bei meinem Tiger habe ich etwas tief in den Farbtopf gegriffen. Ein Tiger mit Sonnenbrand sozusagen.

_DSC0255

Das ganze wird äußerst charmant und kompetent präsentiert von Betty Schliephake-Burchardt (Konditorin, Autorin und nicht zuletzt eine großartige Lehrerin) in der Cake School Cologne.
Braucht man Torten im Leo-Look? Ein ganz klares Jein! Mein Gaumen ist eindeutig auf der Seite von frisch gebackenem Apfelkuchen, aber meine Neugier und mein Bastelwahn müssen immer wieder neues Futter haben. Ich hatte sehr viel Spaß!

An die Farben, fertig, los….