Kneipentour Teil 2: Von Urtypen und schwimmenden Fröschen

Da sind wir wieder… auf dem Weg in die wohl spannendste Straße in Aachen. Auf ein paar Metern trifft man hier auf türkische Gemüsehändler, einen persischen Gewürzladen, ein Feinschmecker-Restaurant, Studentenkneipen, eine Galerie, die Synagoge und nicht zuletzt das Fenster zum Hafen, das Kiez Kini.
Vor einiger Zeit habe ich ja schon mal über ein Konzert hier berichtet. Die Beschreibung der Location ist damals etwas zu kurz gekommen. Das muss ich jetzt unbedingt nachholen. Wo fang ich an…schön ist das hier, so gemütlich, wenn ich so was wie eine Stammkneipe hätte, dann wäre es diese hier. Besonders gut gefällt mir die Einrichtung, eine Kombination aus alt und neu, selbstgebaut und aus Omas Keller geklaut, mit maritimer Deko, Dämmerlicht und Streifentapete. Eine Mischung die funktioniert ohne zu gewollt (also Disneyland-Aufgesetzt…ihr wisst was ich meine) auszusehen.

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Um das Konzept Hafenkneipe zu vervollständigen ist die Hausmarke das Hamburger Kult-Bier Astra. Frisch vom Fass und aus der Flasche, Urtyp oder Rotlicht. Kennt ihr die Werbeplakate? Hier ansehen und freuen.

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Und dann gibt es ja auch noch die Spezialitäten des Hauses. Mexikaner, beschreiben wir es mal als Bloody Mary Shot und (mein Favorit aufgrund des Spaßfaktors, der Kindheitserinnerung…und was zum Spielen) Waldmeisterlikör mit schwimmendem Frosch. Ist nicht so schlimm wie es sich anhört.

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Auf ein Bierchen, dann setzten wir unsere Tour fort.
Bis bald
Gwendolyn

Ich liebe diesen Schei…

Am Wochenende gabs wieder ordentlich Musik auf die Ohren. Live in einer meiner Lieblingskneipen hier in Aachen. (An dieser Stelle schon mal die Ankündigung, demnächst hier mit euch eine virtuelle Kneipentour zu starten.)
Jetzt aber erst mal zurück ins Kiez Kini auf der Promenadenstraße. Der Flyer für die Konzertreihe Total Lokal fiel mir vor einiger Zeit in die Hände. Nach einigen Großstädten kommen deutsche Newcomerbands jetzt auch in die Weltmetropole der handgemachten Musik Aachen.

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Yay, genau mein Ding…oder auch nicht…mal sehn.
Also die Veranstaltungsorganisation üben wir noch ein wenig. Die unterschiedlichen Anfangszeiten, die in Netz veröffentlicht wurden, haben mich etwas verwirrt. Und scheinbar hat die Werbung nicht den durchschlagenden Erfolg gehabt. Leider blieb die Gästeschar sehr überschaubar.
Da wir ja viel zu früh dort waren, bekamen wir beim Soundcheck und dem ersten Bier schon mal eine Vorschau auf den Abend.
Und als es dann irgendwann mal losging, es tut mir leid wenn ich das jetzt mal so sagen muss, war all unser Humor gefragt. Die selbsternannte One-Man-Punk-Band Ozzy (den Rest hab ich vergessen) erinnerte mich leider an Casting-Mitschnitte. Nicht, dass er nicht singen konnte, aber Nein, bitte nicht so. One-Man-Punk ging dann nahtlos in Reggae über und wurde plötzlich zum Duett im Singer-Songwriter-Sound. Nicht schlecht, aber irgendwie der falsche Ort.
Aber dann, mit der zweiten Vorband, wurde es gut. Das war doch schon eher Musik nach meinem Geschmack. Ich muss mir dringend angewöhnen, ein Notizbuch mitzunehmen. Ich hab den Bandnamen schon wieder vergessen. Ich reiche ihn nach, versprochen! Wie dem auch sei, sie haben ordentlich Lärm gemacht, dabei die Bass Drum zerfetzt. Nichts, was man mit ein paar Metern Tape nicht wieder hinbekommt. In der Zwischenzeit haben wir dann selber gesungen.
Nach gut kommt dann großartig. Das Ausharren hat sich gelohnt. OZ haben wir gewollt, OZ haben wir bekommen. Hinter dem Kürzel verbergen sich Omas Zwerge aus Essen (und bitte, Jungs, wenn ihr das lest…verratet uns wie es zu dem Namen kam! Danke!) Sie selber nennen ihre Musik Rock’n’Roll und sie lieben diesen Scheiß…ich auch. Klickt hier und hört selbst!
Spätestens jetzt stört es keinen mehr, dass so wenig Leute da sind. Mehr Platz zum Tanzen oder Springen oder Zappeln. Das macht Spaß, das tut gut, das macht glücklich.
Ich hoffe, Omas Zwerge verirren sich noch mal nach Aachen. Wenn ja, haben sie ein größeres Publikum verdient, und ich stehe wieder in der ersten Reihe.

Total Lokal geht übrigens weiter am 5. 12. 2014 mit Mister Moto im Kiez Kini.

Wir sehn uns!
Eure Gwendolyn