Der Wow-Faktor

In der Versenkung verschwunden, aber nicht untätig gewesen… Mal wieder unterwegs in Sachen Kreativität habe ich diesmal Tortenkunst mit dem ultimativen Wow-Faktor entdeckt. Leute, schaut euch das an! Ich bin immer noch ganz aus den Häuschen. Wer hätte gedacht, das so etwas überhaupt möglich ist. Eine Torte die aussieht wie Tiffany-Glas oder ein Kirchenfenster. Aber der Reihe nach.

stained glass

Ich war wieder einmal in der Cake School Cologne. Zu Gast außerdem die Dozentinnen Valeri und Christina von Queen of Hearts Couture Cakes aus London. Die beiden Expertinnen in Sachen Buttercreme haben und an diesem Tag in ihre Geheimnisse eingeweiht und uns alles Wissenswerte über ihre „Stained glass“ Technik beigebracht.
Die Basis diesmal Styroportorten, gefolgt von, nennen wir es mal englische Buttercreme, also im wesentlichen Butter, Puderzucker und Palmin. Für mich geschmacklich kein Highlight, aber super geeignet für alle möglichen Dekorationen. Genau genommen liegt in dieser Creme auch das Geheimnis des ganzen. Die Oberfläche wird, nach richtiger Bearbeitung so schön glatt, dass sie den perfekten Untergrund für die Gelfarbe bildet. Nach dem Bemalen braucht man noch sehr viel Fantasie um irgend welche Formen oder Figuren zu erkennen. Es sind einfach nur verschwommene Farbkleckse. Diesen fantastischen Effekt erzielt man tatsächlich erst hinterher mit dem Ziehen der schwarzen Linien aus gefärbter Buttercreme. Großartig! Hört sich eigentlich alles ganz einfach an, sah auch machbar aus.

master class

Wenn man sich das Ergebnis so anschaut, haben wir alle das auch ganz gut hin bekommen und dennoch… zwischendurch war mir nach Haare raufen zumute. Ich kann von mir behaupten, dass ich nicht so ganz talentfrei im Umgang mit Farbe und Pinsel bin, aber um meine Geduld ist es nicht ganz so gut bestellt. Nach rund sieben Stunden konzentrierter Arbeit, tassenweise Koffein und jede Menge Nervennahrung trage ich stolz mein Werk nach Hause. So, genug jetzt mit der Lobhudelei.

Bis bald
Eure Gwendolyn

JA zu Kaffee

Ich bin Teetrinker. Schon immer gewesen. Morgens, mittags, abends, nachts, schwarz, weiß, grün. Zugegeben, Tee trinken ist schon so zur Gewohnheit geworden, dass ich manchmal gar nicht mehr mitbekomme was ich da eigentlich trinke. Oft ist es nur Plörre. Morgens, wenn es schnell gehen soll mal eben einen Beutel ins Wasser gehängt und gut ist. Aber wenn ich mir Zeit nehme und zu Hause einen guten Tee aufbrühe…fabelhaft.
Ein anderes Verhältnis habe ich zu Kaffee. Ich liebe den Geruch der gerösteten Bohnen oder den des frisch aufgebrühten Kaffees, aber getrunken habe ich den „normalen“ Kaffee noch nie gerne. Ab und zu mal einen Espresso oder Cappuccino, dann aber bitte einen guten. Da bin ich wählerisch.

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Jetzt war ich endlich mal in der Kaffeeküche im Belgischen Viertel in Köln. Klein, puristisch, stilsicher. Hier kann man Kaffee trinken neu lernen oder, wie in meinem Fall, lieben lernen.

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Als Neuling musste ich mich natürlich erst mal beraten lassen. Von Third Wave hatte ich noch nichts gehört. Um ehrlich zu sein, ich wusste auch nichts von der first und second. Es geht also um besonders gute Kaffeebohnen, sorgfältig ausgewählt und geröstet, aber auch um Nachhaltigkeit und Transparenz. Und natürlich die Zubereitung. Es darf wieder gefiltert werden.

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Das Ergebnis ist ein erstaunlich heller Kaffee. Nicht schwarz sondern hellbraun und transparent, so wie Tee. Ich habe den Weihnachtskaffee probiert. Eine Sorte, die (unter anderem) ein Mandarinenaroma entwickelt. Ich konnte aber auch Getreide erschmecken. Das macht Spaß, genau wie bei Wein oder Whisky. Es erfordert aber auch etwas Konzentration und Muße. Spannend ist auch, wie sich die Aromen mit der Temperatur verändern. Das alles habe ich nicht erwartet.
JA kann ich da nur sagen. Ja, jetzt mag ich Kaffee. Ja, ich liebe die Kaffeeküche. Ja, ich werde nur noch zum Kaffeetrinken nach Köln pilgern.

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Neben dem Filterkaffee gibt es ja auch noch so viel anderes zu entdecken und probieren. Diese an ein Chemielabor erinnernden Utensilien zur Kaffeebereitung im Vakuum-Verfahren zum Beispiel oder einen Flat white.

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Sehr ans Herz legen kann ich euch die belegten Bio-Vollkornbrötchen oder eine der anderen Kleinigkeiten.

Vorerst gönnen wir der Kaffeeküche eine kleine Weihnachtspause. Bis zum 8. Januar 2015 bleibt der Laden geschlossen. Danach darf wieder gebrüht, gekostet und genossen werden.

Ich freu mich drauf!

Wie der Tiger zum Sonnenbrand kam

Für die Rubrik Selbstversuche werde ich mich für euch in Abenteuer stürzen, die mehr oder weniger mit Essen und Genuss zu tun haben, aber immer mit der Bereitschaft neue Wege zu beschreiten oder der Seele was Gutes zu tun.

Das erste Abenteuer dieser Art habe ich überstanden. Ich war auf einer Pirateninsel bei Sonnenuntergang, habe mit Leoparden, Tigern und Krokodilen gekämpft und Gebirge überquert.
So sieht die Tortenkunst von heute aus! Wobei die Betonung eher auf Kunst als auf Torte liegt. Wir haben auch nur an kleinen Fondant-Ausschnitten (Zuckerteig) geübt. Die Torte muss man sich mit viel Fantasie dazu denken.

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Das ganze funktioniert mit Airbrush und Lebensmittelfarbe. Das hat jetzt nicht so viel zu tun mit dem was man von Autolackierern kennt. Grundsätzlich ist das Prinzip, mit Luftdruck Farbe aufzutragen, natürlich gleich. Doch kann man durch den formbaren Untergrund tatsächlich mit 3D-Effekten arbeiten, andererseits gibt es keine Möglichkeit weiße Farbe aufzutragen.

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Ich habe vor einigen Jahren schon mal mit Airbrush gearbeitet und erinnere mich noch an den klobigen Kompressor und das umständliche Reinigen der Farbpistole und des ganzen Raumes. Das geht heute alles einfacher. Die Geräte passen quasi in die Handtasche, erzeugen aber ausreichend Druck um eine ganze Torte zu dekorieren. Kleine kofferförmige Absauganlagen zum aufklappen halten die Umgebung weitestgehend sauber. Die Bedienung ist kinderleicht.

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An nur einem Tag lerne ich zehn verschiedene Techniken kennen um die unterschiedlichsten Effekte hervorzubringen.
Wie alles andere auch ist die perfekte Umsetzung Übungssache. Bei meinem Tiger habe ich etwas tief in den Farbtopf gegriffen. Ein Tiger mit Sonnenbrand sozusagen.

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Das ganze wird äußerst charmant und kompetent präsentiert von Betty Schliephake-Burchardt (Konditorin, Autorin und nicht zuletzt eine großartige Lehrerin) in der Cake School Cologne.
Braucht man Torten im Leo-Look? Ein ganz klares Jein! Mein Gaumen ist eindeutig auf der Seite von frisch gebackenem Apfelkuchen, aber meine Neugier und mein Bastelwahn müssen immer wieder neues Futter haben. Ich hatte sehr viel Spaß!

An die Farben, fertig, los….