45 Minuten Vorfreude

45 Minuten, solange dauert die Fahrt vom Adalbertsteinweg nach Heinsberg. 45 Minuten, solange saß ich hungrig auf der Rückbank. 45 Minuten, solange hab ich mich auf mein Abendessen gefreut, und ich wurde nicht enttäuscht!

Auf der Suche nach dem besten Burger der Region bin ich der Empfehlung von Freunden gefolgt und schließlich im Heinsburger gelandet. Wären meine Begleiter nicht schon mal hier gewesen, ich wäre glatt dran vorbei gefahren. Von Außen doch eher unscheinbar, erwartet einen Innen weit mehr als eine schnöde Imbissbude. Restaurant will man nicht sein, aber ein Ort zum Genießen, ganz leger und ungezwungen wie bei Freunden zu Hause. Dennoch kulinarisch auf höchstem Niveau.

Da ich zum ersten Mal dort war, und die Entscheidung beim Studieren der Speisekarte nicht leichter wurde je länger ich darin gelesen habe, hab ich doch einfach mal ganz oben angefangen. Nummer eins auf der Karte: Der HeinsBurger. Sehr gute Wahl kann ich nur sagen. Jetzt mal alle Kopfkino an: perfekt gebratenes, saftiges Rindfleisch und feiner geräucherter Speck, frische Champignons, wunderbare Rotweinzwiebeln, cremig-würzige Joppie Sauce, das ganze dann noch abgerundet mit Hollandaise. Ein Highlight auch das Roggenbrötchen, das alles zusammenhält. (Wirklich sehr und nur äußerst) Selten einen so perfekten Burger gegessen. Hut ab, liebes Heinsburger-Team.

Heinburger

Mehr brauch ich gar nicht sagen. Außer vielleicht, dass der Rest der Karte ähnlich kreativ ist. Diverse Brotsorten, Burger ohne klassisches Rindfleisch, dafür mit Gambas, Kalbfleisch, Hähnchen oder gebackenem Schafskäse und jede Menge hausgemachte Saucen…mmmh!

Frei nach dem Motto des Ladens: LASST ES EUCH SCHMECKEN

Eure Gwendolyn

 

Flammaurant

…da ich schon mal unterwegs bin…hier noch ein Tipp im Schwarzwald. Wer sich zufälligmal in der Gegend Karlsruhe oder Baden-Baden wiederfindet, der sollte mal einen Abstecher nach Michelbach machen. In diesen kleinen Fachwerkdorf findet man das Flammaurant.

Flammaurant

Was gibt es schöneres, als sich nach einem anstrengendem Tag mit Stadtbesichtigung und Burgenerklimmen durch die großartige Karte dieses Spezialitätenrestaurants zu probieren. Hier gibt es außschließlich Flammkuchen, klassisch, üppig belegt oder süß.

Flammkuchen

Eigentlich war ich nach einem schon satt, aber zum Abschluss was Süßes konnte ich mir nicht verkneifen. Zum Glück kann man beim Nachtisch auch zwei verschiedene Varianten kombinieren. Da fällt die Entscheidung etwas leichter. Bei mir gab es (natürlich) Schwarzwälder Kirsch und Plaumen mit Zimt, zur Krönung am Tisch mit Zwetschgengeist flambiert.

süße Flammuchen

Schwesterlich geteilt waren die Teller am Ende dann doch leer…

mhh

…und ich glücklich!!!

Einfach nur Tourist sein

Ganz spontan, ohne Vorbreitung oder Planung bin ich über Pfingsten nach Prag gefahren. Gefühlt die halbe Welt mit mir! Anreise und Übernachtung zu buchen waren gar nicht so einfach und am Ende blieb mir nichts anderes übrig, als knapp 13 Stunden mit dem Fernbus durch die Gegend zu fahren und in einem Schlafsaal im Hostel zu übernachten.

Karlsbrücke

Wer noch nicht in Prag war, dem kann ich eine Reise nur wärmstens ans Herz legen. Gerne auch etwas länger als nur drei Tage. Es gibt so viel zu sehen und zu erleben. Ich hab mich daher für das Touristen-Standart-Paket entschieden: Viele alte Häuser bewundern, essen, Kaffee trinken, auf die andere Uferseite wechseln, viele alte Kirchen bewundern, essen, Kaffee trinken, wieder rüber, Straßenmusik, Bier trinken, essen, Altstadt bei Nacht bewundern, Absinth trinken, vielleicht noch was essen.

Essen…da sind wir ja schon gleich beim richtigen Thema. Nichts geht über Spezialitäten um eine fremde Stadt kennenzulernen. Eine davon in Prag heißt trdelník (ein Hoch auf alle, die das aussprechen können).

trdelnik

Sieht fast aus wie ein Baumkuchen, wird aber aus Hefeteig hergestellt. Frisch gebacken wird er an jeder Ecke angeboten, an Marktständen oder in kleinen Läden. Der schönste Shop ist eindeutig Řemeslná pekárna Krusta in der Altstadt (Karlova 44).

_DSC0997 Krusta

Frisch gewickelt und gebacken, das sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Alles zu beschreiben, was ich gesehen und verkostet habe, würde hier den Ramen sprengen. Zu viel Text auf einmal will ja keiner lesen. Aber ein paar Highlights habe ich noch für euch:

kavarna obecni dum

Kavárna Obecní dum, ein opulentes Jugenstilcafé. Hier gibt es Apfelstrudel zum Frühstück!!!

Jazz Club Reduta, wunderbarer Jazzkeller mit Bar. Bier fließt aus einem Saxophon-Zapfhahn, wohl einzigartig.

John Lennon Pub, liebevoll und detailreich eingerichtete Hommage. Direkt gegenüber liegt die John Lennon Wall, eine bunte Graffiti-Wand mit immer neuen Friedesbotschaften.

Die Absintherie ist ein Muss für alle Absinthfans. Nicht nur klassisch serviert, sondern auch als Cocktail (zum Beispiel Absinth Mule mit Ginger beer)

Captain Candy

Captain Candy. Leuchtende Augen und Reitzüberflutung!!! Jede Menge Süßigkeiten in piratenmäßig durchgestyltem Shop.

…und natürlich traditionelle böhmische Küche an jeder Ecke. Mhhh. Beispielsweise Gulschsuppe im Brotlaib. Essen muss ja schließlich Spaß machen.

In diesem Sinne…viel Spaß und volle Bäuche im Urlaub.

Eure Gwendolyn

Essen macht glücklich

Ja, essen macht glücklich! Das ist wohl ein Naturgesetz. Es gilt aber nur, wenn es das richtige Essen zur richtigen Zeit ist.

Bei mir hat letzte Woche mal wieder alles gepasst. Ich hatte einen ganz wunderbaren Abend mit Freunden im Konak (mein Geburtstagsgeschenk)!

Essen macht glücklich

Wenn man Pontstraße und türkische Spezialitäten in einem Satz benutzt, könnte man auf Döner und Co. schließen, doch das Team vom Konak bietet so ziemlich das genaue Gegenteil davon.

Zu Beginn haben wir uns warme und kalte Vorspeisen geteilt. Die üblichen Spezialitäten waren alle vertreten, Humus, gegrilltes Gemüse, Blätterteiggebäck, Dips und Salate. Zum Glück waren die Teller schnell leer, sonst hätte ich immer weiter genascht und keinen Hunger mehr gehabt für den Hauptgang. Und das wäre wirklich schade gewesen.

Konak1982

Die Auswahl der Hauptgänge geht von gegrilltem Fleisch, Fisch (Zander mit einer Kruste aus schwarzem Sesam und unglaublich gutem karamellisiertem Fenchel, eigentlich eine warme Vorspeise), Schmorgerichten (unbedingt Lammkeule in Aubergine probieren!) bis hin zu sogenannten Crossover-Gerichten. Darunter fällt auch der Trapistenbierbraten mit Bärlauch-Kartoffel-Püree, den ich mir ausgesucht hatte. Das Fleisch so zart, dass man fast kein Messer braucht…mmmh!

Zum ersten Mal habe ich hier auch einen türkischen Weißwein probiert. Ich bin kein Experte, aber mir hats geschmeckt.

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Am Ende des Abends steht eins fest: Wir müssen wohl noch ein paar mal wieder kommen, bis wir uns durch die gesamte Karte gegessen haben. Ich möchte kein einziges Gericht verpassen. Und auch die Geträkekarte bietet noch Verlockendes…

 

 

Eine Reise

„Überall wo ich bin, begegnen mir schöne Lokale und tolle Restaurants. Darüber möchte ich schreiben“ So jedenfalls hatte ich mir das im Urlaub ausgedacht. Haute, ein halbes Jahr und über 30 Posts später sieht es doch eher regional aus in meinem Speiseführer. Aus der Idee, auch am Wochenende mal häufiger raus zu fahren, den Blog zu nutzen um mich selber hinter dem Ofen hervorzulocken ist (bisher) nicht viel geworden. Versteht das jetzt nicht falsch, mir gefällt was hier entstanden ist und noch weiter entsteht.

Am Wochenende war ich endlich noch mal unterwegs. Aus der Europastadt Aachen zurück in das Weltdorf München. Über drei Jahre habe ich hier gelebt und gearbeitet. In dieser Zeit habe ich natürlich einige wunderbare Orte entdeckt. Leider konnte ich jetzt in zwei Tagen nicht alle abklappern, schöne Fotos und aktuelle Eindrücke sammeln. Dennoch möchte ich euch hier meine München-Highlights abseits von Hofbräuhaus und Co. nicht vorenthalten. Die Reihenfolge spielt übrigens keine Rolle. Einfach frei aus dem Bauch heraus:

Biergärten

Die fehlen mir hier am meisten (neben lieb gewonnenen Freunden und der U-Bahn). Allen voran der Taxisgarten. Ein eher kleiner Biergarten in Neuhausen. Wie sich das gehört mit großen alten Bäumen und von Hecken umfasst. Am besten einen Picknickkorb packen und mit Freunden bei einem Bier den Tag ausklingen lassen. Profis denken natürlich auch an Tischdecke und Kerzen. Dann wird es abends besonders schön.

Neulingers

Ehrliches Handwerk besteht eben doch manchmal gegen die großen in der Branche. Mit Bioprodukten und Kundennähe haben sie die Neuhausener erobert. Auch mich, als ich in der Nachbarschaft  gewohnt habe. Ich sag nur Holzofenbrot…dafür lass ich alles andere liegen!

Ysenegger

Einst mein Stammlokal in Sachen Frühstück. Der Altbau mit dem großen Gastraum und den langen Tischen, den Kronleuchtern und der kleinen Terasse passen perfekt ins Stadtviertel und zu den Bewohnern dort. München abseits der Touristenpfade.

Glockenspiel

Ein Geheimtipp? Eigentlich ist das Café mitten in der Stadt. Also so richtig mitten in der Stadt. Am Marienplatz direkt gegenüber vom Rathaus. Aber man muss schon wissen wo man suchen soll, bzw. den Blick einfach mal heben. Das Café liegt nämlich über den Dächern von München. Der Eingang liegt in einer Passage. Von da aus geht es mit dem Aufzug bis unters Dach. Die Dachterrasse ist im Sommer natürlich besonders schön. Hier hört man auch das berühmte Glockenspiel des Rathauses. Bei schlechtem Wetter wird hieraus ein Wintergarten.

Victorian House

Den Viktualienmarkt kennt sicher jeder. Der Inbegriff der Münchener Schlemmerkultur. Wer einfach mal ein paar Schritte weiter geht, der findet sich auf einmal in England wieder. Bei einem exquisiten Tee oder gleich einem Full Tea (mit Scones, Marmelade, Sandwiches…) lässt es sich ganz entspannt in einem Agatha Christie Roman schmökern. Ich klingt jetzt wirklich sehr nach Klischee, ich mach so was aber wirklich…und es ist großartig.

Goldloch

Hinter dem Namen verbirgt sich eine Weinbar, benannt nach dem Weinanbaugebiet Goldloch an der Nahe. Lässig und ungezwungen ist es hier. Eingerichtet mit viel Holz, Sitzkissen im Fenster und einer großen Tafel über der Bar. Meine Empfehlung zum Wein: Smörrebröd!

Cosmogrill

Der beste Burger! Immer noch meine Nummer 1! Mit Biofleisch, ausgefallenen Zusammenstellungen und wenns sein muss auch morgens um 6 Uhr. Was soll ich da noch zu sagen.

No Mi Ya

So was gibt es wohl nur in München. Ein bayrisches Wirtshaus, dass zum Japanischen Restaurant umgebaut wurde. Ich sollte vielleicht besser sagen, die ein japanisches Restaurant beherbergt. Denn die Einrichtung ist weitestgehend geblieben. Die Holzvertäfelung, die Hirschgeweihe, sogar ein paar Münchner Originale wurden an den Tischen vergessen. Hier habe ich zum ersten Mal die sagenhafte Kombination von Sushi und Weißbier probiert.

Café Luitpold

DAS Kaffeehaus in München schafft den Spagat zwischen Tradition und Moderne. Egal in welchem Bereich. Tortenklassiker und moderne Kreationen nebeneinander in der Kuchentheke. Besonders stilvoll ist der überdachte Palmengarten und natürlich die auffälligen roten Klappstühle im Straßencafé. Die gehören schon fast zum Stadtbild.

Museumscafé der Villa Stuck

Nach einem Besuch der Villa Stuck im Künstlergarten in der Sonne sitzen, Kaffee trinken. So sollte ein Sonntag aussehen.

So, das waren meine Top 10 in München. Vielleicht probiert ihr das eine oder andere aus, wenn ihr mal in der Stadt seid. Oder habt ihr schon Lieblingslokale in München?

Eure Gwendolyn