Der Sound von Châteauneuf

Was lange währt, wird endlich gut wäre also auch ein passender Titel für diesen Artikel gewesen. Seit Weihnachten 2013 haben wir zu viert versucht einen gemeinsamen Termin für eine Weinprobe zu finden. Einmal hätten wir es fast geschafft, doch leider musste der Termin kurzfristig abgesagt werden. Zu wenig Teilnehmer! Ist denn das zu glauben?

_DSC0880 (2)

Jetzt war es endlich soweit und das Warten hat sich wirklich gelohnt. Wir waren zu Gast bei Fritz Köhne in der Weinhandlung divinum, einer Institution im Frankenberger Viertel.

_DSC0858 (2)

Der Abend in kleiner Runde war den Weinen Südfrankreichs gewidmet.

_DSC0854 _DSC0855 (2)

Dass dort viel Wein angebaut wird, war mir nicht neu. Einige Namen wie Côte du Rhône, Châteauneuf-du-Pape und Côte-Rôtie hatte ich schon mal gehört. Das wars dann auch schon mit meinen Vorkenntnissen…

_DSC0878

Zum Glück braucht man nicht viel (Wissen) zum Genießen. Eine schöne Umgebung und nette Gesellschaft um den Alltag hinter sich zu lassen, gutes Essen ( ein kleines Buffet mit frischem Brot, großartiger Käseauswahl, etwas Sparglequiche, Schinken und Trüffelsalami lud den ganzen Abend zum Naschen ein), eine Portion Neugier und Offenheit. Den Rest erledigt der Gastgeber selber. Mit Geschichten rund um die Weine, poetischen Beschreibungen (als würden Engel mit Samtpantoffeln meine Kehle hinab wandern), mit viel Begeisterung und noch mehr Leidenschaft beschert er uns einen kurzweiligen Abend.

KöhneWein

Merken kann ich mir natürlich nicht alles. Ein kleiner Handzettel dient als Gedächtnisstütze und wird wohl auch mein Einkaufszettel beim nächsten Besuch werden.

_DSC0862

Auch außerhalb der großen Wein-Abende loht ich ein Abstecher hierher. Einmal im Monat gibt es öffentliche Proben, gratis für alle, gute Beratung und ansteckende Begeisterung sind hier sowieso jederzeit inklusive.

À votre santé!

Gwendolyn

 

Herrenabend

Zu den Dingen, die ich schon immer mal mache wollte, gehört auf jeden Fall ein Whisky-Tasting. Nicht weil ich so gerne Whisky trinke, sondern weil es sich so schön anhört und Whisky trinken irgendwie ein Lebensgefühl vermittelt. Vor allem Whisky trinkende Frauen wirken in Filmen immer so taff und abgeklärt. So will ich auch mal sein. Und vielleicht komme ich ja auch auf den Geschmack, wenn ich mal richtig gute probiere.

_DSC0386

So hab ich mich also im Schale geschmissen und mit ein paar Freunden einen „Herrenabend“ besucht.

Ich hatte keine Ahnung von Whisky, wusste weder etwas über die Herstellung noch über die unterschiedlichen Bezeichnungen. Single Malt hatte ich schon mal gehört, dass besten aus Schottland kommen sollen, auch.
Thema das Abends in der Vertical Weinbar war allerdings „Welttournee – Whisky rund um den Globus“. Die zu verkostenden Tropfen kamen aus Japan, Indien, Tasmanien, Taiwan, Frankreich und Tschechien. Auch Deutschland und die Schweiz waren vertreten.

_DSC0396

Nach einer (sehr) knappen Einleitung (jetzt weiß ich auch was einen Single Malt ausmacht) ging es dann auch schon los mit der ersten Sorte. Kenner warfen dann gleich Begriffe wie rauchiges Aroma, torfig, Sherry-Noten um sich. Ich rieche Sauna, Lederschuhe und Thymian, schmecke Schwarzwälder Schinken und getrocknete Feigen. Hmm… jeder beschreibt es halt mit seinen eigenen Worten.

_DSC0382

Mein Favorit des Abends kommt übrigens aus der Schweiz. Säntis Malt Swiss Highlander.

Ob ein Whisky jetzt gut ist oder nicht, ob er seine 96,5 Punkte verdient hat, ob er 60 Euro pro Flasche Wert ist maße ich mir nicht an zu bewerten. Bei mir gibt es auch nach dem Tasting nur zwei Kategorien: schmeckt mir und schmeckt mir nicht. Allerdings kann ich jetzt mitreden und hab beim Lesen einer Getränkekarte jetzt etwas mehr Durchblick.

Was bleibt nach diesem Abend ist die Erkenntnis, nie ein echter Whisky-Kenner zu werden und der Geschmack von geräuchertem Schinken auf meinen Lippen.